| 31.1.2006
Als "Unwissenschaftlich und verniedlichend" bezeichnet die Grüne Jugend
Hessen die Äußerungen von Kultusministerin Karin Wolff (CDU) zur
Verteidigung der Übergangsempfehlungen von der Grundschule zur
weiterführenden Schule. Dr. Rainer Block vom Fachbereich
Bildungswissenschaften der Universität Duisburg - Essen hatte in einer
Untersuchung nachgewiesen, dass die Übergangsempfehlungen zur Wahl der
Schulform nach Abschluss der Grundschule nicht zuverlässig seien.
"Wir gehen davon aus, dass die Ergebnisse für Nordrhein Westfalen sich ohne
Probleme auch auf Hessen projizieren lassen. Das bedeutet, es ist
anzunehmen, dass die Aussagekraft der Empfehlungen statistisch gesehen
gleich null ist. Wenn man sich klar macht, welche zentrale Rolle der
Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule und damit die
Auswahl der Schulform für die zukünftige Entwicklung der Schülerinnen und
Schüler hat, kann man nicht auf Gefühlsebene argumentieren. Das ist grob
fahrlässig und einer Kultusministerin unwürdig", argumentiert Daniel May,
Vorsitzender der Grünen Jugend Hessen. Auch die Orientierungsarbeiten in der
Grundschule würden in der Sache nicht weiterhelfen, da sie von denselben
Lehrerinnen und Lehrern ausgewertet würden.
"Bisher gibt es nur Untersuchungen, die darauf schließen lassen, dass
Schuleingangs- oder Übergangstest den Kriterien der Wissenschaftlichkeit -
Objektivität, Reliabilität und Validität - nicht genügen. Die
Landesregierung hat keine Basis für ihre Behauptung, dass die
Übergangsempfehlungen in Hessen besserer Qualität sein sollten!" Die Grüne
Jugend Hessen erneuert in diesem Zusammenhang ihre Forderung nach einer
längeren gemeinsamen Beschulung und einem besseren Übergang von Kindergarten
zur Grundschule. "Neben dem Aspekt der besseren individuellen Förderung und
den guten internationalen Erfahrungen, wird an den Übergangsempfehlungen
auch klar, dass das dreigliedrige Schulsystem vielen Schülerinnen und
Schülern Zukunftschancen raubt", erklärt May abschließend.
|