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18.1.2006

Zu den Plänen der hessischen Landesregierung, einen "Muslimtest" nach baden-württembergischen Vorbild einzuführen bei dem Einbürgerungswillige muslimischen Glaubens eine Gesinnungsprüfung über sich ergehen lassen müssen, erklärt, Nicole Maisch, Landesvorsitzende der Grünen Jugend Hessen: "Solche Tests sind diskriminierend und stellen alle Menschen muslimischen Glaubens unter einen unzulässigen Generalverdacht; mit dem geplanten Muslim-Test suggeriert die Landesregierung, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem muslimischen Glauben und verfassungsfeindlicher Einstellungen gebe. " Die Jugendorganisation der Bündnisgrünen in Hessen lehnt die Pläne der Landesregierung, Einbürgerungswillige aus OIC Ländern pauschal einer Gesinnungsprüfung zu unterziehen ab. Sie hält diese Maßnahme für eine rechtlich unzulässige Sonderbehandlung von Menschen muslimischen Glaubens und hegt darüber hinaus starke Zweifel an der Wirksamkeit eines solchen Instruments. Weiterhin legt sie der CDU nahe, was Offenheit und Toleranz, beides Werte, die im Muslim-Test der baden-württembergischen Landesregierung abgefragt werden sollen, angeht, erst einmal vor der eigenen Tür zu kehren. "Wenn Herr Koch auf der Suche nach Menschen ist, deren Gesinnung nicht ohne weiteres mit dem Geist unserer Verfassung übereinstimmt, wird er mit Sicherheit in den Reihen seiner eigenen Fraktion fündig. Der Landtagsabgeordnete Irmer besitzt zwar die Deutsche Staatsbürgerschaft, hat aber in der Vergangenheit wiederholt Aussagen getroffen, die es zumindest sehr zweifelhaft erscheinen lassen, dass er mit beiden Beinen fest auf dem Boden unser freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht." so Maisch weiter.

Die gesamte Debatte um die Einführung von Fragebögen für den Test der Verfassungsfreundlichkeit von Einwanderinnen und Einwanderern soll doch nur die Ressentiments des rechten Randes der CDU bedienen". Eine praktische Bedeutung könne sie nicht haben, da es sich hierbei um Überzeugungsfragen handle, die auch unwahr beantwortet werden könnten. "Man kann den Leuten nur vor den Kopf schauen, daher kann der Test nicht das messen, was von der CDU Landesregierung vorgegeben wird," sagt Daniel May, Landesvorsitzender der GJH.

Die GJH weist zudem darauf hin, dass wenn der Gleichheitsgrundsatz angewandt werde, der Test überall dort angewandt werden müsste, wo das Bekenntnis zur Verfassung verlangt werde: "Roland Koch wäre dann als Ministerpräsident genauso Kandidat für den Verfassungstest!"

Die Grüne Jugend fordert die Landesregierung auf, ihre Pläne für die Einbürgerungstests aufzugeben. "Diese Debatte ist schädlich für das friedliche interkulturelle Zusammenleben in unserem Land", stellt May abschließend fest.
 
   
urbanstudio