8. Dezember 2022

LaBei Dezember 2022: Stadt, Land, Kita – Betreuungsangebote ausbauen und Ausbildung stärken



Die GRÜNE JUGEND Hessen setzt sich dafür ein, dass das Land Hessen die Kreise und kreisfreien Städte dabei unterstützt, gemeinsam mit den Trägern der Kindertagesstätten das Betreuungsangebot auszubauen und die praxisintegrierte vergütete Erzieher*innen-Ausbildung (PivA) zu verstetigen. Im Mittelpunkt soll dabei stehen:

  • eine faire Bezahlung in und nach der Ausbildung
  • die Personalbindung an die Träger der Betreuungseinrichtungen über attraktive Entwicklungsangebote und Einstellungsgarantien in der Ausbildung
  • die bedarfsgerechte und faire Verteilung von PivA-Plätzen zwischen Städten, die berufsschulisch gut aufgestellt sind, und ländlichem Raum mit Betreuungslücken
  • ein zentrales Monitoring über Lücken in der Betreuungsversorgung und dem Ausbildungsangebot, um in der bedarfsgerechten und fairen Verteilung von PivA-Plätzen flexibel zu reagieren

Besonderes Augenmerk beim zentralen Kita-Monitoring soll darauf liegen, frühzeitig diskriminierende Vergabesysteme zu erkennen, z. B. für Kinder von Geflüchteten.

Zudem soll ein barrierefreies und unbürokratisches Meldesystem geschaffen werden, um unerfüllte Betreuungsansprüche anzuzeigen und den Klageweg zu vereinfachen.

Begründung

37.000 Kita-Plätze fehlen uns in Hessen. Und das, obwohl seit 2013 ein Rechtsanspruch auf den Betreuungsplatz besteht. Mit der praxisintegrierten vergüteten Erzieher*innen-Ausbildung (PivA) und dem damit verbundenen Abbau monetärer Barrieren während der Ausbildung wurde und wird ein Personenkreis für die pädagogische Ausbildung aktiviert, für den die unbezahlte, vollschulische Ausbildung bisher nicht möglich ist. Zugleich sind die Auszubildenden vom Beginn ihrer Ausbildung an in den Kindertagesstätten tätig und sammeln wichtige erste Praxiserfahrungen.

Die praxisintegrierte vergütete Ausbildung hat das Interesse an der Erzieher*innen-Ausbildung in Hessen seit 2020 bereits spürbar erhöht. Zahlreiche Kreise und Kommunen konnten bereits positive Erfahrungen mit dem neuen Ausbildungsmodell machen, z. B. Wiesbaden mit “wiesbadenRzieht”.

Die Kreise und kreisfreien Städte sind für die Gewährleistung des gesetzlichen Anspruches der Betreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen verantwortlich. Auf Grundlage der durch sie erarbeiteten Kita-Entwicklungsplanung organisieren die Städte und Gemeinden die Kinderbetreuung. Kreisfreie Städte wie Wiesbaden, in denen beide Zuständigkeiten in einer Hand liegen, nehmen diese Form der Ausbildung in erheblich größerem Umfang wahr („wiesbadenRzieht“). Im ländlichen Raum mit geringerer Berufsschul-Dichte stößt die Umsetzung momentan an Grenzen. Deshalb bedarf es attraktiver Kooperationsmöglichkeiten zwischen berufsschulsstarken Standorten und ländlichen Gegenden mit hohem Bedarf an pädagogischem Personal.

Änderungsantrag

Von Zeile 3 bis 5:
Kindertagesstätten das Betreuungsangebot auszubauen und die praxisintegrierte vergütete
Erzieher*innen-Ausbildung (PivA) zu verstetigen.[Leerzeichen][Zeilenumbruch]
Im Mittelpunkt soll dabei stehen:
Von Zeile 14 bis 15:

  1. Ausbildungsangebot, um in der bedarfsgerechten und fairen Verteilung von PivA-Plätzen flexibel zu
    reagieren.reagieren;
  2. einen inklusiven, barrierearmen Zugang für Kinder mit Behinderung und auch die Ausbildung weiter inklusiv zu denken, zudem angehende Erzieher*innen für Kinder mit Behinderung schulen.

Von Zeile 17 bis 18 löschen:
frühzeitig diskriminierende Vergabesysteme zu erkennen, z. B. für Kinder von Geflüchteten.[Leerzeichen]



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