11. Dezember 2022

LaBei Dezember 2022: Strategien gegen Rassismus auch in Hessen umsetzen!



Rassismus ist ein Problem der ganzen Gesellschaft. Diese Diskriminierung macht auch vor dem politischen Raum nicht halt.

Wir, als GRÜNE JUGEND Hessen erkennen das an und formen weiterhin unsere Organisation antirassistisch und empowernd, sodass betroffene Personen Teil der GRÜNEN JUGEND werden und besonders wichtig werden möchten, denn wir, liebe Freund:innen, wollen ein Verband der Vielen sein.

Wir begrüßen, dass die GRÜNE JUGEND Bund auf dem Bundeskongress 2022 die Antirassistischen Strategien für den Verband verabschiedet hat. Dadurch werden Weichen für eine strukturelle Transformation gestellt.

In Hessen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten rassistische Angriffe gehäuft und Hessen ist zu einem Hotspot für rechtsterroristische Anschläge geworden. Um so wichtiger ist es dass wir ein vielfältiges Hessen fördern und schützen, progressiv nach vorne schreiten und ein einladender politischer Verband werden, der ein Safer Space für Betroffene ist. Mit unserem seit 2019 bestehendem Migrationsrat fördern wir erfolgreich migrantisierte Menschen im Verband.

Das reicht nocht lange nicht aus. Es ist zwar ein Anfang, jedoch sind wir noch nicht am Ziel, das wir anstreben. Es reicht nicht aus, nur Personen zu adressieren, die von Rassismus betroffen sein können. Alle Mitglieder müssen Teil einer Antirassistischen Struktur sein und für diese Vision brauchen wir ausgearbeitete Strategien.

Es müssen neben Menschen mit Migrationsgeschichte auch Menschen ohne diese für eine antirassitsiche Gesellschaft Hand in Hand aktiv sein. Wir brauchen mehr Solidarität aus nicht betroffener Perspektive!

Denn migrantisierte Menschen haben im gesellschaftlichen Geflecht häufig eine herrausfordernde Positionierung. Beispielsweise müssen wir mitdenken, dass bei migrantisierten Menschen Deutsch eine Zweitsprache seien kann und durchschnittlich zu einem späteren Zeitpunkt zur GRÜNEN JUGEND kommen. Darüber hinaus sind sie öfter von benachteiligenden sozio-ökonomischen Faktoren betroffen.

Unsere Ziele gelten auch für die Landtagswahl 2023. Trotz der angestrebten Vorhaben müssen Raum, Zeit und Ressourcen für die antirassistische Arbeit im Verband geschaffen werden. Die GRÜNE JUGEND Hessen wird sich weiterhin hieran beteiligen.

Die Maßnahmen umfassen:

  • auf zwei Funktionär*innentreffen Treffen (KVVo-LaVo Treffen, LaBei) soll sich ausführlich über möglich antirassistische Strategien in den Kreisverbänden ausgetauscht werden, sowie Vorständen die Möglichkeiten des Skill Sharing gegeben werden und wie sich Vorstände solidarisch mit von Rassismus Betroffenen verhalten können.
  • Es soll ein Basisseminar zum Thema Rassismus angeboten werden. Bei dem v.a. nicht betroffene von Rassismus angesprochen werden.
  • Bildungsarbeit zu Antirassismus soll gestärkt werden, sowohl im Netz als auch vor Ort, auf LMVen oder weiteren GRÜNE JUGEND Hessen Veranstaltungen.
  • Es soll geprüft werden, inwieweit der Austausch mit weiteren antirassistischen Fördergremien möglich ist.
  • Der Landesvorstand soll sich ausführlich mit dem MigRa oder dessen Vertreter*innen zum Thema des Abbaus rassistischer Strukturen innerhalb der GRÜNEN JUGEND Hessen beschäftigen.
  • Augenmerk bei wiederkehrenden GRÜNE JUGEND Veranstaltungen auf eine niederschwellige Sprache, die besonders Neumitgliedern den Einstieg erleichtern soll.
  • Bewusstsein schaffen, wie migrantische Kämpfe aussehen und was sie von nichtmigrantischen Kämpfen unterscheidet.
  • Wir wollen Mentoring- und Patenschaftsprogramme fördern, die gezielt migrantisierte Neu-Mitgliedern ihren Start in diesem Verband erleichtern soll.
  • Es soll geprüft werden inwiefern migrantisierte Personen Teil der Awareness Strukturen bei Veranstaltungen werden können.

Als GRÜNE JUGEND Hessen übernehmen wir nicht nur Verantwortung für uns selbst, sondern sind auch solidarisch mit unseren GRÜNE JUGEND-Schwesterverbänden und unterstützen sie mit unserem Wissen und unserer Erfahrung in der Errichtung antirassistischer Strukturen – insbesondere mit unseren strukturschwachen Schwesterverbänden im Osten.

Der MigRa und auch die GRÜNE JUGEND HESSEN solidarisieren sich mit Menschen, die auch von weiteren gesellschaftlichen Diskriminierungsformen betroffen sind, insbesondere von Antisemitismus. Perspektivisch brauchen wir auch zu diesen Formen Verbandsstrategien, die mit Betroffenen kreiert werden.

Diesen Weg führen wir so lange weiter, bis wir ein Verband der Vielen sind und in der gesamten Gesellschaft rassistische Strukturen abgebaut sind.

Begründung

mdl.



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