1. Juli 2024

LaBei Juni 2024 – Leitantrag: Ein Weiter-So wird es nicht geben



Die GRÜNE Partei hat bei der Europawahl 2024 in der Wähler*innengruppe der 16 – 24 Jährigen verglichen mit der letzten Europawahl Zweidrittel der Stimmen verloren. Was ist jetzt zu tun?
Als GRÜNE JUGEND Hessen stecken wir den Kopf nicht in den Sand (/rw). Wir sehen unsere Fehler. Wir passen unsere Strategie an die Lebensrealität der jungen Menschen an.

Europa, Deutschland und eure direkte Nachbar*innenschaft befinden sich im Umbruch. Rechtsruck, Klimakrise, Soziale Krise, Asylrechtsverschärfungen, Freiheitseinschränkungen, Perspektivosigkeit…

Das Versprechen des Sozialen Aufstiegs gibt es nicht mehr. Die Zeit, in der wir aufwachsen, ist geprägt von Krisen. Die Ergebnisse der Europawahl waren nicht erschreckend, sie waren erwartbar. Progressive Kräfte erlitten massive Verluste, während die Konservativen und Rechtsextremist*innen stärker wurden. Besonders bitter ist, dass gerade die jungen Menschen das Vertrauen an BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN verloren haben. Junge Menschen wählen nicht länger automatisch progressiv, sie haben mehrheitlich konservativ oder rechts gewählt.

Klingt vernichtend, oder?

Anstatt zu verzweifeln, packen wir an. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken (/rw), überdenken wir unsere Strategie. Ein Weiter-So wird es nicht geben. Es ist Zeit, unsere Werkzeuge zu überdenken, unsere Strategien zu erneuern und klarzustellen, dass auch die Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hessen und die GRÜNE JUGEND Hessen sich verändern müssen. Wir erkennen die Perspektivlosigkeit junger Menschen. Unser Ziel bleibt klar: Die Antwort für eine linke Mehrheit ist eine Politik, die ein Versprechen auf eine bessere Zukunft ist.

Dabei wissen wir, dass wir bereits dabei sind diese Zukunft gemeinsam aufzubauen /rw. In den Kreisverbänden sind wir in den letzten Wochen auf der Straße gewesen und haben gekämpft für eine bessere Welt. Dafür können und sollten wir uns feiern. Aber wir müssen auch weiterdenken.

Analyse der Wahlergebnisse

Die jüngsten Wahlergebnisse zeigen, dass wir junge Menschen nicht mehr ausreichend erreichen. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

  1. Unklare Botschaften: Unsere politischen Botschaften müssen klarer und überzeugender werden. Unsere Forderungen dürfen sich nicht allein durch die Ablehnung anderer Positionen kennzeichnen, sondern müssen Versprechen auf eine bessere Zukunft sein. Zudem müssen wir durch eine konsequente Politik deutlich machen, dass wir diese Botschaften glaubhaft vertreten können.
  2. Fehlende Präsenz vor Ort: Wir müssen stärker im alltäglichen Leben junger Menschen präsent sein. Insbesondere wenn wir auf den ländlichen Raum blicken, merken wir, dass wir insoweit noch deutlich besser werden müssen.
  3. Starker Gegenwind: Die gesellschaftlichen und politischen Einstellungen gegenüber uns haben sich verändert, darauf müssen wir reagieren.

Stärkung der Mitglieder und Kreisverbände

  1. Mitglieder stärken: Durch regelmäßige Schulungen und Workshops werden wir Mitglieder in ihrer politischen Analyse, Sprechfähigkeit und in ihren Organizing-Skills besser ausbilden.
  2. Lokale Präsenz erhöhen: Aufbau und Unterstützung unserer Kreisverbände und den Verbündeten unserer Kreisverbände. Dabei legen wir insbesondere Wert auf die Unterstützung ländlicher Kreisverbände.
  3. Neumitglieder willkommen heißen: Neumitglieder und Interessierte müssen schneller und besser in die Verbandsarbeit eingebunden werden.

Politische Inhalte schärfen und weiterentwickeln

  1. Lebensrealitäten abbilden: Wir müssen aus gewohnten Kreisen hinaustreten und die Lebensrealitäten von jungen Menschen in den Mittelpunkt rücken.
  2. Versprechen für eine bessere Zukunft: Unsere Politik muss deutlicher zeigen, dass soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz Hand in Hand gehen. Eine bessere Zukunft erreichen wir nicht durch CDU-Stagnation oder durch undemokratische, unmenschliche Politik der AfD.
  3. Das Momentum nutzen: Wir müssen offensiv und klar gegen rechtsextreme Strömungen und ihre politischen Vertreter*innen vorgehen. Politische Bewegungen und Hochphasen wie die Anti-AfD Demos werden wir besser nutzen, um die Jugend von unserer Zukunftsstrategie zu überzeugen.
  4. Werkzeugkasten überdenken: Als GRÜNE JUGEND Hessen möchten wir jungen, politisch interessierten Menschen einen Raum bieten, um für bessere Lebensbedingungen zu kämpfen. Im Europawahlkampf haben wir mit dem Versuch begonnen, dieses Ziel durch eine neue Strategie und neue Methoden der Ansprache besser zu erreichen. Jetzt gilt es, die Effektivität dieser neuen Strategie zu prüfen und uns zu Fragen, wie wir sie verbessern können.

Es heißt jetzt Hand in Hand zu stehen (/rw). Wir brauchen uns alle, jede*n Einzelne*n von uns um ein Weiter-so zu verhindern. Wir wissen, wie eine bessere Zukunft aussehen kann.Lasst uns junge Menschen davon überzeugen.



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