LMV März 2026: Für eine sozial gerechte Gesundheitsversorgung – gegen Kürzung der psychotherapeutischen Leistungen!
Die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland ist katastrophal: In Deutschland fehlen derzeit 7000 Kassensitze für psychotherapeutische Praxen, so die Psychotherapeutenkammer. Unter anderem der Mangel an Kassensitzen führt zu einer Versorgungslücke in der Behandlung von psychischen Erkrankungen. Resultat ist monatelanges Warten auf einen erstmaligen Termin in einer Praxis. Die eigentliche Suche nach einem festen Therapieplatz gestaltet sich nochmals schwieriger. Gerade weil man psychische Erkrankungen oftmals gut behandeln kann und Menschen somit vor einer Chronifizierung schützen könnte, sollte der unmittelbare und verlässliche Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung keine Utopie, sondern längst Realität sein! Nun werden ab dem 1. April 2026 zusätzlich noch die Honorare für psychotherapeutische Leistungen nach dem Willen der Krankenkassen um 4,5 Prozent gesenkt und das Bundesgesundheitsministerium plant nicht gegen diese fatale Entscheidung vorzugehen. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund, dass Psychotherapeut*innen jetzt schon zu den am schlechtesten bezahlten Fachärzt*innengruppen gehören, fatal! Psychische Erkrankungen gehören zu den größten Ursachen für Frührente und Arbeitsunfähigkeit, doch während die CDU weniger krankheitsbedingte Ausfälle fordert, schwächt sie gleichzeitig die Versorgung von psychischen Erkrankungen.
Während man für eine Therapiestunde mit Privatpatient*innen fast 170 Euro abrechnen kann, sind es bei Kassenpatient*innen derzeit knapp 120 Euro. Somit ist eine Behandlung von Privatpatient*innen jetzt bereits deutlich lukrativer für Psychotherapeut*innen. Diese Ungleichheit droht sich künftig aufgrund der Honorarkürzungen durch die Krankenkassen noch weiter zu verschlechtern. Wenn sich in Zukunft Psychotherapeut*innen aufgrund von finanziellem Druck auf die Behandlung von Privatpatient*innen konzentrieren, könnte Versorgungslage von Kassenpatient*innen endgültig einbrechen. Somit handelt es sich bei den geplanten Honorarkürzungen um eine akute Bedrohung der kassenpatientlichen Versorgung und schließlich auch um eine Frage von sozialer Gerechtigkeit!
Parallel zu der Debatte um die Honorarkürzung ist die Finanzierung der Weiterbildung angehender Psychotherapeut*innen weiterhin nicht geregelt! Nach der Reform der Ausbildung in der Psychotherapie ist die Finanzierung immernoch nicht sichergestellt und es gibt kaum Ausbildungsplätze. Dadurch drohen wir auf einen Therapeut*innenmangel zuzusteuern, der zusammen mit Honorarkürzungen zu extremen Versorgungslücken führen wird. Psychische Gesundheitsversorgung ist kein Bereich für Sparmaßnahmen, sondern für viele Menschen die Voraussetzung für Suizidprävention, Arbeitsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Eine verlässliche Gesundheitsversorgung sollte keine Forderung, sondern Realität sein!
Die GRÜNE JUGEND Hessen fordert daher:
• Wir fordern die Krankenkassen zur sofortigen Rücknahme der geplanten Honorarkürzungen auf!
• Wir fordern die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken auf, psychische Erkrankungen ernst zu nehmen und die geplanten Honorarkürzungen zu stoppen!
• Wir fordern einen konsequenten und nachhaltigen Abbau der bestehenden Ungleichheit zwischen Kassen- und Privatpatient*innen!
• Wir fordern eine durch Fachpersonal erfolgende Ausarbeitung einer politischen Strategie zur Stärkung der ambulanten Psychotherapie!
• Wir fordern die vollständige Finanzierung der Weiterbildung angehender Psychotherapeut*innen nach dem Master
Quellen:
• https://www1.wdr.de/nachrichten/therapieplatz-kassenpatient-psychotherapeut-honorar-kuerzung-1-100.html
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